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Von „Rinkiekern“ und „Kümmerern“

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Von  „Rinkiekern“ und „Kümmerern“

Bad Segeberg Mit „Rinkiekern“ und „Kümmerern“ will der Kreis Segeberg in Kooperation mit dem Pflegestützpunkt der Ver-einsamung von alleinstehenden Senioren entgegentreten. Derzeit ist Petra Burmester (61) dabei, für diesen Zweck ein Netzwerk im Amt Trave-Land aufzubauen.
Der demografische Wandel wirft bereits jetzt seine Schatten voraus: Die Bevölkerungszahl ist rückläufig, die Anzahl der älteren und hochbetagten Menschen jedoch steigt stetig. „Es zeichnet sich ab, dass der Kreis Segeberg landesweit die stärkste Zunahme an alten Menschen verzeichnen wird“, weiß Petra Burmester, deren Büro beim Pflegestützpunkt in der Segeberger Kirchstraße 9 zu finden ist.

Der Gemeindevertretung von Klein Gladebrügge hatte sie sich am Montag persönlich vorgestellt, die Bürgermeister der restli-chen 26 Gemeinden im Amtsbereich hatte sie schriftlich über den Besuchsdienst für ältere Menschen informiert und um Unter-stützung gebeten. Entstanden ist die Idee in Kooperation mit dem Pflegestützpunkt bei der Erarbeitung des Zukunftskonzeptes „Kreis Segeberg 2030“. Ziel ist, die Lebensqualität insbesondere der alleinlebenden Senioren zu verbessern und Vereinsamung und Isolation vorzubeugen.

Das Rinkieker- und Kümmerer-Projekt läuft bereits seit Anfang des Jahres in Norderstedt und Bornhöved. „Für das Amt Trave-Land sondiere ich gerade, welche Senioren einsam sind, Unterstützung benötigen und sich über Gesellschaft freuen würden“, erzählt Petra Burmester. Außerdem ist sie auf der Suche nach Ehrenamtlern, die Lust haben, als Kümmerer oder Rinkieker mitzumachen.

Doch was sind Rinkieker und Kümmerer? Rinkieker suchen die Senioren direkt in deren Zuhause auf, um ihnen Zeit zu schen-ken, mit ihnen Spiele zu spielen, zu klönen oder gemeinsam kleinere Einkäufe zu erledigen. „Es geht hierbei nicht um professio-nelle pflegerische oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Vielmehr sind Rinkieker Gesprächspartner und Unterstützer“, stellt Petra Burmester klar, zu deren Aufgaben die Koordination von Senioren und Rinkiekern gehört. Da bei beiden die Chemie stimmen muss, vereinbart sie im Vorwege einen Hausbesuch, um Interessen abzuklopfen, Wünsche zu notieren und einen geeigneten Rinkieker zu finden.

Im Gegensatz dazu kommen „Kümmerer“ nicht auf einen Kaffee oder Klönschnack vorbei. Vielmehr sind sie Ansprechpartner, um Hilfe und Unterstützung aufzuzeigen. Die ist spätestens dann erforderlich, wenn es vor Ort keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gibt und kein Auto vorhanden ist. „Der Kümmerer kann hier eine Fahrgemeinschaft durch Nachbarn vermitteln oder einen Supermarkt mit Lieferdienst ausfindig machen“, erläutert Petra Burmester.

Dankbar ist sie für Hinweise auf ältere Menschen, die Unterstützung benötigen, und Menschen, die sich eine solche ehrenamtli-che Tätigkeit vorstellen können. Zu erreichen ist sie per Mail unter burmester@pflegestuetzpunkt-se.de oder telefonisch mit Anrufbeantworter unter 04551/955112.
Von Petra Dreu
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