Dorf er-leben - Bahrenhof-city

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Bericht vom 22.3.20015
Waldspaziergang mit Förster

Glücklicherweise hatte Petrus diesmal ein Herz. Die Sonne schien, aber es war eiskalt. Wieder zuhause half nur Tee mit Rum, aber fangen wir von vorn an. Zwischen zwanzig und dreiߟig Interessierte hatten sich am Treffpunkt versammelt, zahlreiche Mitglieder von "Viva Wald" und auch zahlreiche Bahrenhöfer. Sabine Reichel vom NABU führte uns mit fachkundigen Informationen durch die in diesem Jahr stark bewirtschafteten Waldbereiche.

Die sogenannten Rückegassen wirkten wie Waldautobahnen. Sie sind so stark verdichtet, dass in den kommenden Jahrzehnten dort auߟer Gras wenig wachsen wird. Alte Bäume fanden wir in diesen Bereichen nicht mehr. Riesige Bäume lagen immer noch an den Wegen. Ob sie an Selbstwerber verkauft werden oder noch in den Export gehen, ist unklar. Wir fanden noch Stapel aus viel äteren Einschlägen, die dort verrotteten. Dann hätte man sie allerdings auch stehenlassen können.

Die in diesem Jahr und auch in den vergangenen Jahren bewirtschafteten Bereiche waren stark ausgelichtet. Viel Sonnenlicht fiel herein. Unter diesen Bedingungen kann sich die Brombeere gut entwickeln. Aus NABU-Sicht ist das aber nicht schlimm, weil das Wild die Brombeerflächen meidet. Dadurch gibt es nicht soviel Verbiss an den jungen Bäumen. Wir werden jedoch lange darauf warten müssen bis sich auf diesen Flächen wieder ein schöner Hochwald entwickelt hat. Wir wurden auf das Eschensterben aufmerksam gemacht, das im Bahrenhöfer Wohld schon ein erschreckendes Ausmaß angenommen hat.

Abschlieߟend wurde festgehalten, dass wir mit einem erweiterten Blick auf den Wald sehen werden, achtsamer sein und darauf bestehen wollen, dass der Wald nicht nur ein Wirtschaftsfaktor ist. Der Gang war auch ein Lehrstück in Globalisierung: Polnische Arbeiter, die unseren Wald nicht kennen, die dem Diktat der Wirtschaftlichkeit unterstehen, Bäume, die nach China geliefert werden - und wie festgestellt wurde, eventuell als Furnierholz oder Streichholz wieder zurückkommen.

Immer wieder wurde der Lübecker Stadtforst erwähnt, in dem man ein nachhaltigeres Konzept der Waldbewirtschaftung anwendet. Es besteht Interesse, sich diesen Wald anzusehen. Der Förster dort bietet Führungen an.

Wer daran interessiert ist, melde sich bitte bei mir. Ich werde mich dann um einen Termin bemühen.
Mit freundlichen Grüßen,
Helga Lenze, Bahrenhof
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